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Flüchtlingsdrama: Hilfsbereitschaft der Tullner ist groß

Bild: aa_integration.gif

Die vernetzte Flüchtlingshilfe der Plattform "Flüchtlinge in Tulln", des Roten Kreuzes, der privaten Initiative "Tulln hilft" und der Stadtgemeinde Tulln ist sehr gut angelaufen. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist beeindruckend: Allein die Hotline der Stadtgemeinde Tulln verzeichnet laufend zahlreiche Kontakte. Die gemeinsame Koordination der großzügigen Sach- und Zeitspenden der Bevölkerung von allen Beteiligten hat sich dabei bewährt.

Derzeit werden 35 Flüchtlinge in Tulln betreut, in den nächsten Wochen kommen rund 100 weitere Asylsuchende dazu. Das Engagement und die Hilfsbereitschaft der BürgerInnen für diese vertriebenen Menschen ist groß, viele möchten helfen. Um dies so strukturiert und koordiniert wie möglich zu gestalten, ziehen in der Stadtgemeinde alle Beteiligten an einem Strang. Die Vorgangsweise funktioniert sehr gut und die Stimmung in der Bevölkerung ist durchwegs positiv.

Abgestimmte Spendenliste aller Beteiligter
Mit 1. September wurde seitens der Stadtgemeinde Tulln eine zentrale Infostelle zur Flüchtlingshilfe eingerichtet, die von drei MitarbeiterInnen der Stadtgemeinde Tulln betreut wird. Mit den weiteren aktiven Stellen - dem Roten Kreuz, der Plattform "Flüchtlingshilfe" und der privaten Initiative "Tulln hilft" - werden gemeinsame Listen für Zeit- und Sachspenden geführt. Die Bedeutung dieser koordinierten Sammlungen: Durch die Schaffung einer gemeinsamen "Datenbank" kann rasch, unkompliziert und von allen Stellen geholfen werden. Die Sachspenden können allerdings großteils erst bei Bedarf abgeholt werden, da noch kaum Lagerkapazitäten vorhanden sind - die Initiativen sind also auch für die Bereitstellung von Lagermöglichkeiten dankbar (Kontakt: Infostelle der Stadtgemeinde Tulln).

Konstruktive und transparente Kommunikation
Alle aktiven Gruppen berichten in ihren ersten Erfahrungen, dass offene Kommunikation und Ehrlichkeit von enormer Bedeutung ist: "Die Situation ist eine Herausforderung, das können wir nicht leugnen. Aber mit Zusammenhalt der aktiven Gruppen, laufender Kommunikation untereinander und für die Bevölkerung sowie konstruktivem Umgang mit Kritik und Ängsten können wir viel bewegen", so Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk. Im Kontakt mit der Infostelle der Stadtgemeinde Tulln treten gelegentlich auch kritische Fragen auf, beispielsweise zur Unterbringung der Flüchtlinge. Im Gespräch zeigen sich die BürgerInnen aber stets verständnisvoll und positiv gegenüber den Maßnahmen und Plänen in Tulln.

Standorte für Wohncontainer gesucht
Ein großer Teil der im Herbst neu in Tulln ankommenden Flüchtlinge soll in Wohncontainern untergebracht werden. Ein großer, lagerartiger Standort soll vermieden werden, da die Flüchtlinge in kleineren Einheiten besser und rascher integriert werden können. Die Stadtgemeinde Tulln ist daher auf der Suche nach Standorten und hat von engagierten BürgerInnen bereits einige Vorschläge erhalten und ist dankbar für weitere konkrete Angebote (Kontakt: Infostelle der Stadtgemeinde Tulln). In 1-2 Wochen sollen die Standorte festgelegt sein und im Anschluss Anrainer-Informationsveranstaltungen stattfinden.

Freizeit mit Flüchtlingen: Positive Erfahrungsberichte
Neben den Sachspenden werden auch konkrete Zeitspenden - also die Bereitschaft, unterschiedliche Aktivitäten mit den Flüchtlingen zu unternehmen, ihnen im Alltag zu helfen und so rasch und unkompliziert wie möglich in das Leben in Tulln zu integrieren - gerne angenommen. Einige Erfahrungsberichte von engagierten Helfern sind auf der Website der Stadtgemeinde Tulln zu finden. Hier zwei Auszüge daraus:

- "Ausklingen ließen wir das ereignisreiche Wochenende dann in einem Tullner Eissalon, der ebenfalls ein paar Kugeln für jeden zur Verfügung stellte! Tatsächlich konnten alle ihr Eis auf Deutsch bestellen." - Auszug aus einem Bericht über einen Ausflug zur Gartenbaumesse

- "Alle haben sehr viel gelacht, und es war ein wunderbarer Tag! Meine größte Sorge, sprachliche Differenzen nicht überbrücken zu können, war vollkommen unbegründet. Selten wurde ich so freundlich und einladend aufgenommen. Das war der erste, aber sicher nicht der letzte Ausflug! Für mich war der Tag eine echte Bereicherung!" - Auszug aus einem Bericht über einen Ausflug zum Grenzenlos-Sommerfest in Greifenstein

Laufende Optimierungen
Mit der großen Hilfsbereitschaft gilt es auch viele Herausforderungen zu meistern. So ist zum Beispiel die private facebook-Gruppe "Tulln hilft" innerhalb weniger Tage auf über 600 Mitglieder angewachsen. Viele Menschen geben hier dankenswerterweise ihren Willen zu helfen bekannt. Wichtig sind aber vor allem konkrete Angebote, die über die gemeinsam geführten Spendenlisten koordiniert werden - diese können über ein Online-Formular der facebook-Gruppe abgegeben werden, oder einfach über die Hotline der Stadtgemeinde Tulln. Um alle engagierten BürgerInnen noch besser zu koordinieren und ihnen alle Möglichkeiten aufzuzeigen, wird derzeit auch ein moderierter Infoabend angedacht. Sobald der Termin feststeht, werden die BürgerInnen auf breiter Basis dazu eingeladen.

Flüchtlingshilfe-Infostelle der Stadtgemeinde Tulln
Benefizkonzert "Ode an die Fremde / Freunde / Freunde"
     

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