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Aktive Betreuung für Asylwerber: Werte-Vermittlung, Deutsch, Beschäftigung

Bild: aa_fluechtlingshilfe2016.gif

Derzeit sind ca. 135 Flüchtlinge in Tulln untergebracht - einerseits in privaten Unterkünften, andererseits in den fünf Wohncontainer-Standorten, die seit kurzem alle besetzt sind. Besonders hier wird unter Zusammenarbeit aller Kräfte daran gearbeitet, die Personen über Werte, Geschlechterverhältnisse und Umgangsformen aufzuklären, ihnen die deutsche Sprache beizubringen und sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten.

"Europaweit wird die Integration bzw. das unrechte und gesetzeswidrige Verhalten von Asylwerbern diskutiert - zu Recht und hoffentlich mit handfesten Konsequenzen für die Schuldigen. In Tulln soll es gar nicht so weit kommen - das möchten wir mit intensiver Betreuung und der klaren Vermittlung von erwünschten Verhaltensweisen und Werten erreichen. Und ich denke, wir sind auf einem guten Weg dahin", so Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk über die aktuelle Flüchtlingssituation in Tulln.

Fünf Container-Standorte besiedelt
Etwas später als geplant wurden die fünf Container-Standorte in der Stadtgemeinde Tulln (St. Stephan, St. Severin, Agrana, Frauenhofen, Langenlebarn) schrittweise zwischen Mitte Dezember und Mitte Jänner besiedelt, an einigen davon mit weniger als den angekündigten 20 Personen. Die Personen stammen aus Afghanistan (44), Irak (11), Iran (11), Ukraine bzw. Russland (7) Palästina (7), Syrien (4), Pakistan (2) und Nigeria (2). Die jeweiligen Anrainer wurden unmittelbar nach der Besiedelung informiert.

Integration und Betreuung ab dem ersten Tag
Ein Standortbetreuer des Roten Kreuzes ist an allen Wohncontainer-Standorten direkt vor Ort und unterstützt die Asylwerber bei Fragen des täglichen Bedarfs, Administration bzw. medizinischen Angelegenheiten. Dies ist aber nur ein Teil eines umfassenden Betreuungs- und Integrationspaketes, das die Plattform Flüchtlingshilfe Tulln, die Stadtgemeinde Tulln und das Rote Kreuz abwickeln:
- Welcome Guide: Um kulturelle Unterschiede und Missverständnisse möglichst schnell abzubauen bzw. gar nicht erst aufkommen zu lassen, wurde ein 30-seitiger "Welcome Guide" erarbeitet und in mehrere Sprachen übersetzt. Er erklärt die Werte und Umgangsformen in unserem Land sowie spezifisch in Tulln und wird mit den Personen durchgearbeitet. Der Guide kommt bei den Asylwerbern sehr gut an und wurde auch bereits von anderen Gemeinden angefragt.
- Deutschkurse: Neben einem bereits laufenden Kurs sollen in Zusammenarbeit von Volkshochschule Tulln, dem Roten Kreuz, der Plattform Flüchtlingshilfe und der Stadtgemeinde Tulln noch weitere angeboten werden. Lehrer werden den Basisunterricht übernehmen, freiwillige Helfer die Vertiefung. Der nächste Kurs wird am Donnerstag, 21. Jänner 2016 für die Flüchtlinge am Standort St. Severin beginnen.
- Standort-Helferteams von tulln.hilft / aus der Bevölkerung: Die zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich nach den Infoabenden im Herbst für die Betreuung der Personen gemeldet haben, sollen zu Teams für die unterschiedlichen Standorte zusammengefasst werden. Das große Helfernetzwerk wird zentral koordiniert, damit es möglichst effizient und sinnvoll zum Einsatz kommen kann.
- Begegnungstreffen mit Anrainern und Helfern: Die Standorte bei den Tullner Pfarren wurden schon im Dezember besiedelt und es hat bereits eine erste Kennenlern-Treffen mit Vertretern der Pfarren, der Stadtgemeinde, des Roten Kreuzes und freiwilligen Helfern in sehr netter Atmosphäre gegeben. Wenn die anderen Standorte vollständig besiedelt sind und die Personen ein paar Tage "zum Ankommen" hatten, sollen auch hier erste Treffen und Begegnungen der Gäste mit den Anrainern stattfinden. Darüber hinaus findet jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr ein "Begegnungskaffee" im Rosenheim statt.
- Sinnvolle Beschäftigungsangebote: Über die Plattform tulln.hilft.at sowie von einzelnen Vereinen sind bereits Freizeitangebote für die Asylwerber eingegangen, die nachhaltig zur Integration beitragen sollen. Diese Möglichkeiten werden den Personen entsprechend ihrer jeweiligen Interessen und Stärken nach der ersten Eingewöhnungsphase angeboten. Weiters bereitet die Stadtgemeinde Tulln geringfügige Beschäftigungsmöglichkeiten für interessierte Personen vor (sog. "Remunerantentätigkeiten", erlaubt in geringem Ausmaß, ausschließlich durch Gemeinden, Länder und Bund, für max. 10 Stunden pro Woche).

Tulln hilft!
Wenn Sie aktiv helfen möchten oder Fragen/Anliegen haben, sind die Stadtgemeinde Tulln, das Rote Kreuz und die Flüchtlingshilfe-Plattform tulln.hilft gerne für Sie da:
- Flüchtlingshilfe-Hotline des Roten Kreuzes: Tel. 059 144 69003
- Infostelle der Stadtgemeinde Tulln: Tel. 02272/690-110 (erreichbar: Mo-Fr 8-12 Uhr und Do 16-19 Uhr), E-Mail: fluechtlingshilfe@tulln.gv.at
- tulln.hilft.at: aktueller Spendenbedarf, Anmeldung für Ehrenamtliche, aktuelle Infos, etc.
     

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