Fotocredit: © Stadtgemeinde Tulln, Robert Herbst

Eisenschenk: „Gemeinden sollen Grünflachen auf großen Parkplätzen vorschreiben dürfen.“

Supermärkte sind unverzichtbarer Teil in der Infrastruktur von Städten – deren Parkplätze aber zumeist versiegelte Asphaltwüsten. Die Gartenstadt Tulln ist nun mit dem Land NÖ im Gespräch, dass Gemeinden mittels Änderung der NÖ Bebauungsbestimmungen eine versickerungsoffene Gestaltung, einen Prozentsatz an Grünfläche sowie Baumpflanzungen vorschreiben können.

Am 24. Juli eröffnet eine neue Eurospar-Filiale in Tulln inklusive großem Parkplatz. In den Tagen rund um die Eröffnung werden auch 8 Bäume am Parkplatz gesetzt und es wurde ein Grünstreifen mit Staudenpflanzen angesät. Diese Pflanzungen wurden von SPAR auf Ersuchen der Stadtgemeinde durchgeführt und finanziert. „Ich danke der Firma Spar für das Entgegenkommen.“, betont Bürgermeister Peter Eisenschenk.

„In Zukunft möchte ich jedoch bei solchen Projekten nicht mehr Bittsteller sein,“ sagt Eisenschenk und setzt daher auf Gespräche mit dem Land NÖ, um eine Gesetzesänderung herbeizuführen. „Ziel ist, dass Gemeinden als Baubehörde Auflagen vorschreiben können, um Parkplätze in Form versiegelter Asphaltwüsten zu verhindern. Ich denke dabei an versickerungsoffenen Parkraum, sodass Regenwasser direkt vor Ort versickern kann sowie an anteilige Grünräume mit Baumpflanzungen.“
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf begrüßt die Bemühungen Eisenschenks: „Die Stadt Tulln setzt genauso wie das Land Niederösterreich auf Klimaschutz und den Schutz unserer Böden. Viel ist uns hier schon gelungen, wir haben zum Beispiel den Bodenverbrauch in den letzten Jahren durch strenge Gesetze, Siedlungsgrenzen und innovative Grünraumprojekte nahezu halbiert. Im Vergleich der Bundesländer sind wir damit Vorreiter. Das ist auch notwendig, denn wir wollen unsere Äcker und Grünflächen für die nächsten Generationen sichern.“

Insbesondere für die Stadt Tulln, die sich als Gartenstadt österreichweit positioniert und unlängst ein Klima-Manifest mit dem Ziel der Klima-Neutralität beschlossen hat, wäre eine rechtliche Handhabe besonders wichtig. „Grünflächen und Stadtbäume, die durch die Beschattung und Befeuchtung der Umgebung eine wichtige Rolle für das städtische Mikroklima haben, sind für uns nicht Feigenblätter für eine Kampagne, sondern die Wurzeln für eine nachhaltige Entwicklung. Es geht um das ständige Ringen für die Balance zwischen Ökologie und Ökonomie, die letztlich für beide Seiten ein Gewinn ist.“ ergänzt Eisenschenk.

Zusätzlich zu den Grünräumen achtet Tulln auch ständig auf das ebenso klimarelevante Thema Mobilität. Rund um den Bau der Eurospar-Filiale konnte in der Frauentorgasse sowie in der Müllergasse neue Radwege errichtet werden. Die Kosten für die Errichtung wurden ebenfalls von der Fima Spar übernommen. „Für diesen großen finanziellen Beitrag bedanke ich mich im Namen der Stadtgemeinde ganz besonders“, sagt Bürgermeister Eisenschenk.