Fotocredit: © Stadtgemeinde Tulln, Robert Herbst

Für ein besseres Miteinander: Hunde-Offensive in Tullns Grünräumen

Hundehaltung und daraus resultierende Rechte und Pflichten werden derzeit landesweit breit diskutiert. Die Gartenstadt Tulln verstärkt aktuell Prävention und Aufklärung und ruft zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf. Leinen- und Beißkorbpflicht sowie die sachgerechte Entfernung des Hundekotes werden immer wieder verstärkt kontrolliert, bei Missachtung können auch Strafen ausgestellt werden.

„Hundehaltung hat viele positive Aspekte, aber unter falscher Haltung und bei fehlender Erziehung können Hunde mitunter gefährlich werden. In unserem Einflussbereich setzen wir daher auf Aufklärung, präventive Maßnahmen und – bei Missachtung – auch auf Strafen. Am wichtigsten ist aber – im Sinne der Idee der „Stadt des Miteinanders“ – die gegenseitige Rücksichtnahme bei der gemeinsamen Nutzung des öffentlichen Raumes. Verantwortungsvolle Hundehalter bemühen sich um ein harmonisches Miteinander, aber auch Spaziergeher und Sportler ohne Hund können ihren Teil zu einem freundlichen Umgang beitragen“, so Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk zu dem derzeit vielfach diskutierten Thema der Hundehaltung.

Leinen- und Beißkorbpflicht wird kontrolliert
Die vielen Grünflächen der Gartenstadt sind auch für Hundebesitzer beliebte Strecken für Spaziergänge, allen voran die Donaulände. Die gemäß dem NÖ Hundehaltegesetz geltende Leinen- und Beißkorbpflicht wird von der Polizei exekutiert. Im Sinne eines rücksichtsvollen Miteinanders klären und ermahnen Polizeistreifen in wiederkehrenden Schwerpunktkontrollen bezüglich der geltenden Rechtslage – und stellen bei Missachtung auch Strafmandate aus. Bei den Schwerpunktkontrollen im vergangenen September wurden insgesamt 7 Abmahnungen und 6 Organmandate ausgestellt.

Wachdienst kontrolliert Entfernung des Hundekotes
In Tulln sind derzeit knapp 1.000 Hunde angemeldet – und die müssen sich auch erleichtern. Die Verantwortung für die Entsorgung trägt der Hundehalter. Dennoch sind nicht entfernte Hinterlassenschaften immer wieder Ärgernis in den Tullner Grün- und Freizeiträumen. Die Hundekot-Entfernung wird in der Gartenstadt Tulln nun von einem eigens engagierten Unternehmen kontrolliert: Wird Hundekot nicht entfernt oder wird das gefüllte Sackerl einfach am Wegesrand oder in einem Beet entsorgt, kann von den bevollmächtigten Organen eine Strafe von € 50,- verhängt werden. Auch hier erfolgen zunächst Aufklärung und Abmahnung. Gleichzeitig informieren die Mitarbeiter auch über die geltende Leinen- und Beißkorbpflicht.

Rücksichtsvolles Miteinander an oberster Stelle
Hunde sind aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken, sie sind Sozialpartner, Begleiter, als Teil von Polizei- und Rettungsteams oft sogar Helfer in der Not und können die soziale Integration z.B. von Kindern und älteren Menschen fördern. Allerdings sollte die Anschaffung durchdacht sein, denn nur ein verantwortungsvoll und tiergerecht gehaltener Hund, dessen Bedürfnisse artgerecht befriedigt werden, ist ein ausgeglichener Hund, der in der Gesellschaft einen fixen und akzeptierten Platz hat. Wird der Hund bei Begegnungen mit Radfahrern bei Fuß geführt oder sitzt sogar bei seinem Frauchen oder Herrchen, freut sich der Radfahrer über die freie Bahn, der Hundebesitzer über die Aufmerksamkeit seines Vierbeiners und der Hund über ein gutes Leckerchen!

„Hunde-Knigge“ in der Gartenstadt

  • Maulkorb und/oder Leine sind im Gemeindegebiet gesetzliche Pflicht.
  • Die Hinterlassenschaften der Hunde sind immer zu entfernen und die Gassi-Sackerl nicht am Wegesrand sondern in Mülleimern zu entsorgen.
  • Wege dürfen mit ausziehbaren Leinen nicht „gesperrt“ werden.
  • Bei Begegnungen mit Sportlern und Spaziergängern sollte der Hund kurz geführt werden. Läufer und Radfahrer sollten ihrerseits die Geschwindigkeit beim Vorbeilaufen und -fahren verringern und sich rechtzeitig bemerkbar machen, wenn sie von hinten kommen.
  • Fremde Hunde nicht bedrängen oder anfassen – besonders Eltern sollten ihre Kinder mit dieser Grundregel vertraut machen.
  • Sicheren Freilauf ermöglichen die Hundezonen beim Friedhof und an der Donaulände.
  • Erziehung ist wichtig. Hundeschulen helfen beim Erlernen der wichtigsten Kommandos und des korrekten Verhaltens im Stadtleben.
  • An- und Abmeldung bei der Gemeinde, in der der Hund gehalten wird, ist Pflicht. Die Hundeabgabe in Tulln beträgt € 44,- (¬€ 6,54 für Nutzhunde, € 110,- für Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential und auffällige Hunde).
  • Auch außerhalb des Ortsgebietes ist empfohlen, den Hund an die Leine zu nehmen: Erstens um gemäß des Tierschutzes den Lebensraum wilder Tiere zu schonen und sie nicht aus ihrem eigenen Lebensraum zu verscheuchen. Zweitens zur Vermeidung von Unfällen und drittens zum Schutz des eigenen Tieres, denn gemäß NÖ Jagdgesetz dürfen wildernde, hetzende und außerhalb des Einflusses des Besitzers umherstreifende Hunde geschossen werden.

 

Auszug aus dem NÖ Hundehaltegesetz

§ 8, Führen von Hunden

(1) Der Halter oder die Halterin eines Hundes darf den Hund nur solchen Personen zum Führen oder zum Verwahren überlassen, die die dafür erforderliche Eignung, insbesondere in körperlicher Hinsicht, und die notwendige Erfahrung aufweisen.

(2) Wer einen Hund führt, muss die Exkremente des Hundes, welche dieser an öffentlichen Orten im Ortsbereich, das ist ein baulich oder funktional zusammenhängender Teil eines Siedlungsgebietes, sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Parkanlagen, Einkaufszentren, Freizeit- und Vergnügungsparks, Stiegenhäusern und Zugängen zu Mehrfamilienhäusern und in gemeinschaftlich genutzten Teilen von Wohnhausanlagen hinterlassen hat, unverzüglich beseitigen und entsorgen.

(3) An den in Abs. 2 genannten Orten müssen Hunde an der Leine oder mit Maulkorb geführt werden.

(4) Hunde gemäß § 2 und § 3 (Anm.: Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential) sind an den in Abs. 2 genannten Orten immer mit Maulkorb und Leine zu führen.

(5) Während der Ausbildung, des Trainings oder der bestimmungsgemäßen Verwendung sind Dienst-, Jagd-, Hirten-, Hüte-, Herdenschutz-, Wach-, Rettungs-, Behindertenbegleit- und Therapiehunde von der Maulkorb- oder Leinenpflicht ausgenommen