Fotocredit: © Stadtgemeinde Tulln, Robert Herbst

Gartenstadt Tulln: Expertenteam für noch mehr Klimaschutz im öffentlichen Raum

Die Stadtgemeinde Tulln ist als Gartenhauptstadt Österreichs bereits jetzt auf kommunaler Ebene Vorreiter in Sachen Klima- und Umweltschutz. Um dieses Bekenntnis noch zu unterstreichen, wurde im Herbst 2018 ein Expertenteam beauftragt, Vorschläge zu machen, um die umwelt- und klimagerechte Gestaltung des öffentlichen Raumes sowohl im gemeindeeigenen als auch im privaten Bereich mit innovativen Ideen weiter voranzutreiben.

„Bereits jetzt agieren wir in Sachen Klima- und Umweltschutz auf sehr hohem Niveau, das zeigen z.B. die extrem vielen und rein ökologisch gepflegten Grünräume in der Stadt oder auch unsere 14.000 Bäume, die allesamt in einem Baumkataster erfasst sind. Nun wollen wir strategische Ziele festschreiben – für uns selbst, aber auch für Kooperationen mit z.B. Supermärkten oder Wohnbauträgern, um Maßnahmen zum Klimaschutz im öffentlichen Raum auf noch breitere Beine zu stellen und auch der Bodenversiegelung durch Dritte besser entgegenarbeiten zu können“, so Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk.

Ziele und Vorschläge werden erarbeitet
Um die umweltgerechte Ausgestaltung von öffentlichen Räumen weiter voranzutreiben, wurde bereits im Spätsommer 2018 die aus Fachexperten bestehende „ARGE Stadtgrün“ mit einer Evaluierung in zweierlei Stoßrichtungen beauftragt:

  • Einerseits im gemeindeeigenen Wirkungsbereich, um innovative und umweltgerechte Vorschläge zur Gestaltung des öffentlichen Straßenraumes zu machen.
  • Andererseits in Bezug auf Einflussmöglichkeiten und Kooperationen der Gemeinde mit privaten oder gewerblichen Grundeigentümern bzw. Hauserrichtern zur umweltfreundlichen Gestaltung ihrer Flächen statt blinder Bodenversiegelung.

Nationale und internationale Best-Practice Beispiele wurden in dieser Voruntersuchung herangezogen, um entsprechende Vorschläge zu erarbeiten.

„Tulln ist zurecht bereits jetzt die Gartenstadt Österreichs. Dennoch ist es wichtig, trotz des erreichten hohen Niveaus die Funktionalität des städtischen Grüns noch weiter auszubauen.“, so ARGE Stadtgrün-Experte und „Wilder Gärtner“ Alexander Schmidhammer.

„Auf Basis unseres Konzeptes wollen wir die enorme Bedeutung von städtischem Grün für Umwelt und Klima stärker hervorheben – von CO2-Reduktion bis zu positiven Effekten für das Mikroklima“, so die Tullner Landschaftsplanerin Agnes Feigl, ebenfalls im Team der ARGE Stadtgrün.

Verankerung im Stadtentwicklungskonzept zeigt Priorität
Dieses Thema ist hinsichtlich des nicht zu leugnenden Klimawandels gesamtgesellschaftlich von so essentieller Bedeutung, dass die Stadt es im derzeit neu entstehenden Stadtentwicklungskonzept integrieren wird. Im Stadtrat am 15. Mai stand daher die Beauftragung für die Erstellung eines Konzeptes der ARGE Stadtgrün auf der Tagesordnung.

„Es muss uns bewusst sein, dass wir bei der Dynamik Tullns als Wirtschaftsstandort die Versiegelung von Flächen nicht vollständig verhindern werden können – aber wir können entgegensteuern und mittels Leitlinien auch private und gewerbliche Bauherren zu mehr Grün überzeugen“, so Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk.

Empfehlungen und Vorschläge für zukünftige Projekte
Das zu erarbeitende Konzept der ARGE soll in das Stadtentwicklungskonzept im speziellen Bereich der klimatechnisch wertvollen Straßen- und Grüngestaltung einfließen und planerische Ziele und Empfehlungen enthalten – z.B. über naturnahe Entwässerung und Biodiversität, aber auch über die Erarbeitung von Strategien zur Gestaltung des öffentlichen und privaten Grünraumes der Stadt. Weitere gesamtgesellschaftliche Themen, die auf ähnliche Weise in das Stadtentwicklungskonzept einfließen, sind Digitalisierung und Mobilität.

Ausgezeichnete Gartenstadt
Die Stadtgemeinde Tulln hat in den letzten Jahren große Beiträge zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet, die auf kommunaler Ebene Vorbildwirkung erzielt haben und mehrfach ausgezeichnet wurden – zum Beispiel mit dem Österreichischen Solarpreis, dem Energy Globe, dem Österreichischen Bodenschutzpreis und dem „Eurosolar“. Projekte im Einklang mit der Natur umzusetzen, hat in allen Bereichen der Gartenstadt Priorität – auch bei der Gestaltung von Straßen sowie Erholungs- und Grünräumen. Aktuelle Beispiele dafür sind die naturnahe Adaptierung der Donaulände oder die Neugestaltung der Konrad-von-Tulln-Gasse, u.a. mit insektenfreundlichen Staudenbeeten.