Fotocredit: © Stadtgemeinde Tulln, Robert Herbst

Gemeinderat: Beschlüsse für Infrastruktur und Straßenbau

Die Sitzung des Tullner Gemeinderates am 29. Juni waren u.a. einige bedeutete Punkte zur Weiterentwicklung von Tullns Infrastruktur auf der Tagesordnung: Das ehemalige Zollamtsgebäude in Langenlebarn wurde angekauft, ein Zuschuss für den Ausbau der Fachhochschule inkl. „Haus der Digitalisierung“ gewährt und drei Straßenbauvorhaben wurden beschlossen, die trotz Corona finanziell gestemmt werden können.


1) Ehemaliges Zollamtsgebäude für zukünftige Verwertung gesichert

Vor mittlerweile sechs Jahren wurde das Zollamt in Langenlebarn stillgelegt und ebensolange sind Gebäude und Grundstück nunmehr ungenutzt. Nach mehreren Verhandlungsrunden konnte die Stadtgemeinde nun Gebäude und Grundstück um € 667.850,- (€ 190,-/m²) ankaufen.

Als erster Schritt ist in Planung, die dem Florahofsaal zugewandte Mauer zu öffnen, um eine Zufahrt zu den Parkplätzen des Zollamtes für Besucher des Florahofsaals nutzbar zu machen. Langfristig ist der Ankauf von großer Bedeutung für die Weiterentwicklung Langenlebarns. Wolfgang Mayrhofer, Vizebürgermeister und Ortsvorsteher von Langenlebarn erklärt: „Diese Möglichkeit durften wir nicht ungenutzt lassen, denn für Langenlebarn ist der Ankauf des ehemaligen Zollamtsgebäudes ein wichtiger strategischer Schritt. Kurzfristig ist zwar keine konkrete Verwertung definiert, aber wir sichern mit dem Ankauf eine große Fläche in günstiger Lage. Je nach Bedarf können wir diese mittel- oder langfristig zum Wohle der BürgerInnen nutzen.“

2) Zubau Fachhochschule und „Haus der Digitalisierung“

Für die Stadtgemeinde Tulln ist der Campus Tulln Technopol ein bedeutender Standortfaktor – er bietet hochwertige Arbeitsplätze vor der Haustür, Bekanntheit durch international gefragte Forschung und nicht zuletzt hochqualitative Ausbildung, z.B. in der Fachhochschule Wr. Neustadt am Standort Tulln.

Seit Gründung der Fachhochschule ist die Zahl der Studierenden stark gestiegen. Durch das ständige Wachstum und mit Etablierung eines neuen Studienzweiges im Vorjahr ist eine räumliche Ausweitung in Form eines Zubaus mittlerweile dringend notwendig. Schon beim Bau des bestehenden Gebäudes wurde zu diesem Zweck eine Reservefläche vorgesehen, die nun für den Zubau genutzt werden soll. In diesem Zubau soll auch das „Haus der Digitalisierung“ des Landes Niederösterreich Platz finden. Umgesetzt wird die Errichtung durch die Fachhochschul-Immobilien GmbH als Projektträger.

Die Stadtgemeinde Tulln hat für diese nachhaltig bedeutende Weiterentwicklung des Campus Tulln Technopol folgende Beschlüsse im Gemeinderat gefasst:

  • Finanzieller Zuschuss: Die Stadtgemeinde Tulln leistet einen finanziellen Zuschuss in der Höhe von insgesamt € 1.063.559,30 für die Errichtung. Die Gesamtsumme wird in jährlichen Tranchen von € 100.000,- bzw. € 62.559, 30 als letzte Teilzahlung bezahlt.
  • Baurechtsvertrag: Die Stadtgemeinde Tulln gewährt der Fachhochschul-Immobilien GmbH in Abänderung des bestehenden Vertrages das Baurecht für 50 Jahre. Die Kosten der Vertragserrichtung und -durchführung trägt die Baurechtsnehmerin.

Wirtschaftsstadtrat Mag. Lucas Sobotka: „Der Ausbau der FH und die Errichtung des Hauses der Digitalisierung ist ein weiterer Meilenstein für den Universitäts- und Wirtschaftsstandort Tulln. Es freut mich ganz besonders, dass wir dadurch unserer Jugend zusätzliche attraktive Ausbildungsplätze anbieten können!“

3) Ampel für die Karnergasse als Teil des neuen Verkehrskonzeptes rund um die Egon-Schiele-Volksschule

Im Sommer beginnt der Um- und Zubau der Egon-Schiele-Volksschule in der Kirchengasse. Im Zuge dessen werden auch die umliegenden Straßen saniert und vor allem ein neues Verkehrskonzept erstellt, das den Kindern im Schulumfeld mehr Sicherheit bieten soll. Vorgesehen ist eine Verkehrsverlagerung weg von der Kirchengasse im Bereich vor der Schule und der Wienerstraße hin zu Karnergasse und Wilhelmstraße. Zu diesem Zweck soll die Einbahn in der Karnergasse umgedreht werden, sodass man von der Kirchengasse über die Karnergasse in die Wilhelmstraße fahren kann. An der Kreuzung der Karnergasse mit der Wilhelmstraße soll eine Ampel diesen neuen Verkehrsfluss regeln.

In der Sitzung vom 29. Juni beschloss der Gemeinderat nun die Errichtung der Ampelanlage an der Kreuzung der Karnergasse mit der Wilhelmstraße. Die Gesamtkosten für Ampelanlage, Baumeisterarbeiten, Verkehrszeichen und Bodenmarkierung betragen € 79.150,45. Die Errichtung erfolgt im August 2020, sodass diese vor Beginn der Bauarbeiten an der Volksschule bzw. der dafür notwendigen Sperre der Kirchengasse in Richtung Wiener Straße bereits in Betrieb genommen werden kann.

4) Wichtige Straßenbau-Projekte trotz Corona-Einsparungen möglich

„Die Auswirkungen von COVID-19 treffen auch die Stadtfinanzen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir einige wichtige Straßenbau-Projekte dennoch stemmen können“, so Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk. In der Gemeinderatssitzung beschlossen wurden die Arbeiten für folgende Projekte:

  • Langenlebarner Straße: Die vielbefahrene Langenlebarner Straße ist bereits in einem sehr schlechten Zustand. Noch im Sommer startet das erste Teilstück der Generalsanierung: Der Abschnitt zwischen Hafenstraße und Kleiner Tulln wird um insgesamt rund eine Million Euro erneuert. Zunächst erfolgen die Sanierung des Kanals und die Neuverlegung der Wasserleitungen – dabei ist mit Verkehrsbehinderungen und lokalen Umleitungen zu rechnen. Bevor im Herbst die Oberflächengestaltung erfolgt, werden die Anrainer zur Besprechung der Planungsvorschläge eingeladen.
    Im Rahmen der bis 2025 andauernden Generalsanierung der Langenlebarner Straße sind insgesamt 1.000 Laufmeter an Einbauten, Belag und Straßenoberfläche zu erneuern. Die bisher eher triste Langenlebarner Straße soll – zum Wohle von Umwelt und Klima – grüner werden, Raum für Radfahrer bieten und auch die Parkplätze sollen neu angelegt werden.

  • Gunthergasse: Um insgesamt € 211.592,79 werden im östlichen Abschnitt der Guntergasse (zwischen Etzelgasse und Kleine Tullnbachgasse) die Wasserleitung und die komplette Straßenoberfläche erneuert, der Schmutzwasserkanal saniert sowie ein neuer Regenwasserkanal errichtet.

  • Maderspergerstraße: In der Maderspergerstraße wird nördlich der Franz-Josefs-Bahn ein neues Teilstück zum Preis von € 125.577,31 errichtet. Es erfolgen ein Lückenschluss der Wasserleitung und die Errichtung einer Fahrbahn samt Herstellung der notwendigen Versickerung im Gewerbegebiet.