Fotocredit: © Stadtgemeinde Tulln, Robert Herbst

Ökologische Gelsenbekämpfung in der Gartenstadt Tulln

Nicht nur bei der Grünraumpflege hat sich die Gartenstadt Tulln ganz der Ökologie verschrieben, auch die lästigen Gelsen werden auf natürlichem Wege bekämpft: Das gemeindeinterne „Gelsenmanagement“ beinhaltet die Evaluation der Brutstätten und das Ausbringen des bewährten Eiweißpräparat B.T.I. (Bacillus thuringensis israelensis) durch Mitarbeiter des Bauhofes. Auch Privathaushalte können mit kleinen Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der Gelsen leisten.

Auch heuer arbeitet die Stadtgemeinde Tulln mit umweltfreundlichen Mitteln an der Regulierung der Gelsenlarven. Das aktive „Gelsenmanagement“ der Stadtgemeinde Tulln wird seit vielen Jahren geführt und laufend optimiert. Nach teilweise starkem bzw. immer wiederkehrendem Regen ist es heuer besonders gefordert.

Evaluierung und gezielte Maßnahmen
Die größten Brutstätten der Gelsen werden laufend evaluiert – konkret befinden sich die größten „Larven-Zonen“ vor allem in Bereichen des Aubades, des Wasserparks und der Kleinen Tulln, in Neuaigen im Bereich des Waldsees, in Langenlebarn um die Dorflacke und in der Nähe der Sandfeldsiedlung. Nach der Evaluierung der Brutstätten hat die laufende und ökologische Eindämmung der Gelsenplage schon im April begonnen, lange bevor die ersten Gelsen zu summen begonnen haben. Wie auch in den letzten Jahren wird das bewährte Eiweißpräparat B.T.I. (Bacillus thuringiensis israelensis) verwendet.

Bazillus gegen Gelsenlarven
Das Mittel wird mit Wasser vermischt und von den Mitarbeitern des Bauhofes gezielt mit Spritzen in den Brutstätten ausgebracht. Das Eiweißpräparat geht ausschließlich gegen Gelsenlarven vor: Bereits nach nur wenigen Stunden bilden sich im Magen der Larve Enzyme, welche zum deren Absterben führen. Der große Vorteil dieses rein natürlichen Stoffes ist, dass er ausschließlich bei den Gelsenlarven zum Absterben führt und ansonsten für Fauna und Flora unschädlich ist. Selbst für Kleinorganismen, welche bereits infizierte Larven verzehrt haben, ist das Präparat ungefährlich. Wie viel Arbeit für diese Maßnahme notwendig ist, kann man sich bei folgenden Zahlen vorstellen: Pro Jahr werden 20 kg des Mittels verbraucht, wobei nur 3-4 Esslöffel für 20 Liter des mit Wasser angemischten Mittels notwendig sind.

Mit durchdachtem Konzept gegen die Gelsenplage
Da sich das natürliche Hochwasser in der Au und somit auch die Brutstätten der Gelsen von Jahr zu Jahr ändern, ist eine laufende Überwachung und Kontrolle notwendig. „Wir arbeiten daran, die Gelsenlarven so gut wie möglich zu reduzieren, damit die Lebensqualität für unsere BürgerInnen und Gäste erhalten bleibt. Damit wir unsere Natur aber auch in Zukunft genießen können, verwenden wir dafür nur rein biologische Mittel. Eines muss uns aber bewusst sein: Das massenhafte Vorkommen von Gelsen nach intensiven Regenfällen ist an sich ein normales natürliches Phänomen und unsere Maßnahmen können die Population nicht gänzlich eliminieren. Mein besonderer Dank gilt den Kollegen vom Bauhof, die nicht selten bei dieser schweißtreibenden Arbeit von Gelsenschwärmen attackiert werden“, erklärt Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk.

Tipps gegen die Gelsenplage

  • stehendes Wasser in Gärten (z.B. Regenwasser-Tonnen) entleeren – bzw. mit einem Fliegengitter versehen – und dadurch Brutstätten reduzieren
  • bei massivem Aufkommen können rund um Gartenteiche auch natürliche Mittel aufgebracht werden (BTI ist in Kleinmengen beim Bauhof erhältlich)