Fotocredit: © Stadtgemeinde Tulln, Robert Herbst

Sicherer Schulweg: Zweiter Schulwegplan für Tulln

Mit Schulbeginn 2018 haben nun neben der VS Frauentorgasse auch die Schulkinder der VS Langenlebarn ihren neuen Schulwegplan mit wichtigen Tipps für einen sicheren Schulweg erhalten. Die offizielle Übergabe durch Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk und Ing. Bernd Toplak von der AUVA-Landesstelle Wien fand am Freitag, 7. September, in der Volksschule statt.

Mit dem Schulanfang beginnt für Erstklässler ein neuer Lebensabschnitt: Sie werden nicht nur Schüler, sondern auch selbständige Verkehrsteilnehmer und müssen ab diesem Zeitpunkt die Gefahren des Straßenverkehrs auf sich gestellt meistern. Optimale Unterstützung für Eltern und Schulkinder bieten die von der AUVA entwickelten Schulwegpläne, die das konkrete Schulumfeld auf einem handlichen Plan abbilden. „Mit dem Schulwegplan können Eltern die sichersten Wege für ihre Kinder auswählen und gemeinsam einüben. Am Plan sehen sie auf einen Blick, welche Routen geeignet sind, wo man am besten die Straße überquert und wo Kinder besonders vorsichtig sein müssen“, betont Präventionsexperte Ing. Bernd Toplak von der AUVA-Landesstelle Wien.

Dass die Sicherheit am Schulweg für die Stadtgemeinde Tulln ein wichtiges Thema ist, bestätigt Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk: „Gefahren für unsere schwächsten Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr zu minimieren, hat für uns oberste Priorität. Im Zuge der Begehungen für die Schulwegplan-Erstellung wurden daher kritische Stellen im Schulumfeld der VS Langenlebarn ermittelt, deren Entschärfung und Optimierung von uns geprüft wird. Zudem haben wir eine mehrjährige Kooperation mit der AUVA vereinbart, wodurch bis 2019 alle Schulstandorte in Tulln mit einem Schulwegplan ausgestattet werden.“

„Es ist wichtig, dass sich die Kinder auch am Schulweg sicher fühlen und diesen gefahrlos zurücklegen können. Mit dem vorliegenden Schulwegplan haben wir ein sinnvolles Instrument für die Verkehrserziehung, mit dem Eltern und Kinder die sicherste Route zur Schule bzw. nach Hause gezielt auswählen und üben können“, erklärt Volksschuldirektorin Dipl. Päd. Karin Bauer.

Der Weg zum Schulwegplan
Ganz wichtig für die Erstellung des Schulwegplanes ist die aktive Mithilfe von Schulleitung, Eltern und Kindern, Polizei und Behördenvertretern. „Uns ist wesentlich, durch die Befragung und Einbindung aller Beteiligten und das Aufzeigen der unterschiedlichen Sichtweisen neue Erkenntnisse in der Schulwegsicherheit zu gewinnen“, führt Toplak aus. So nennen Eltern interessanterweise das morgendliche Verkehrschaos vor den Schulen als größte Gefahr, obwohl sie selbst ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und so für das Chaos mitverantwortlich sind.
Neben den Befragungen sind Ortsaugenscheine und Begehungen des Schulumfelds der nächste Schritt. Dabei begutachtet ein Begehungsteam die möglichen Fußwege, identifiziert Gefahren- und Problembereiche, prüft Verbesserungsschritte und legt die empfehlenswerten Wege sowie problematische Stellen, die zu meiden sind, fest. Die Ergebnisse fließen in den Schulwegplan ein, mit dem Eltern nun eine konkrete Hilfestellung für das Schulwegtraining mit ihrem Kind vor Ort haben.

Besonderheiten aus dem Schulwegplan für die VS Langenlebarn:

  • Die Schule liegt an der stark befahrenen Wiener Straße, die durch eine Ampelregelung gesichert ist. Die Druckknopfampel ist für Kinder leicht zu bedienen. Leider übersehen manche Kfz-Lenker das rote Licht. Wichtig für Kinder daher: Erst losgehen, wenn alle Kfz-Lenker angehalten haben.
  • Viele Kinder aus dem Ort müssen auf ihrem Schulweg die Dreifaltigkeitsstraße und die Eduard-Pollak-Straße an ungeregelten Kreuzungen überqueren, an denen die Sichtbeziehungen zwischen Fußgänger und Kfz-Lenker nicht optimal sind. Das richtige Verhalten an ungeregelten Kreuzungen (siehe Schulwegplan) muss mit den Kindern intensiv trainiert werden. Wichtig vor der Querung ist, dass die Kinder optimal in die Straße einsehen können und auch von den Lenkern gesehen werden können.
  • Diese Herausforderung für Kinder bedarf vor allem der besonderen Rücksichtnahme aller Kfz-Lenker in Langenlebarn, die mit angepasster Geschwindigkeit viel zur Sicherheit der Kinder beitragen können.
  • Im Schulumfeld machen manche Elterntaxis, die verbotswidrig halten und parken und dadurch zu Fuß gehende Kinder gefährden, Probleme. Der Appell an Eltern: Nur an erlaubten Stellen halten bzw. alternative Stellflächen im weiteren Schulumfeld nutzen.


Allgemeine AUVA-Tipps für den Schulweg

  • Das Schulwegtraining bereits vor Schulbeginn starten und in den ersten Schulwochen fortsetzen, auch mit Zweit- und Drittklässlern üben.
  • Gefahren aufzeigen und richtige Verhaltensweisen erklären und diese ausreichend trainieren.
  • Kinder sollten lernen, vor der Überquerung einer Straße mehrmals nach beiden Seiten zu schauen, um sich einen Überblick über die Verkehrssituation zu verschaffen. Wichtig ist es, erst dann zu queren, wenn alle Kfz-Lenker angehalten haben oder die Straße frei ist.
  • Benutzen Kinder auf ihrem Schulweg öffentliche Verkehrsmittel, ist es wichtig, den Umgang mit diesen zu üben. Kinder sollten nicht drängeln und immer genug Sicherheitsabstand zur Straße halten.
  • Alle erwachsenen Personen werden von Kindern kopiert – seien Sie daher immer Vorbild.