Fotocredit: © Stadtgemeinde Tulln, Robert Herbst

Terror in Wien, Bgm. Eisenschenk: „Den Fanatikern nicht in die Falle gehen.“

Im Gedenken an den Terroranschlag in Wien vom 2. November wird Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk am morgigen Freitagsgebet der Tullner muslimischen Gemeinschaft in deren Gebetshaus teilnehmen – gemeinsam mit Stadtpfarrer Christoph Kowalski, Pfarrer Reginald Ejikeme, Pfarrer Veljko Savic und Vertretern aller weiterer in Tulln beheimateter Glaubensgemeinschaften. Am Sonntag besucht der Bürgermeister gemeinsam mit dem Tullner Imam Senad Kusur die heilige Messe in der Stadtpfarrkirche St. Stephan. Eisenschenk: „Ich habe die Theologen ersucht, mich bei den Gottesdiensten zu begleiten, damit wir gemeinsam ein Zeichen setzen, dass der Attentäter von Wien sein Ziel nicht erreicht hat.“

„Denn wir dürfen den Fanatikern, die den Anschlag von Wien begrüßen, nicht in die Falle tappen. Der bekannte Journalist Karim El-Gawhary beschreibt diese Falle unter Berufung auf ein IS-Manifest. Demnach ist es die Strategie der militanten Islamisten, dass durch jeden Anschlag in dem betroffenen Land die antiislamische Stimmung steigt. Diese Polarisierung führt zu einer Ausgrenzung auch jener Muslime, die für Islamisten ein rotes Tuch sind, nämlich jener, die eine friedliche Koexistenz mit Nichtmuslimen suchen. Die fatale Konsequenz dieser Stigmatisierung führt dazu, dass sich dadurch weitere Muslime radikalisieren. Ziel ist also die Spaltung voranzutreiben, was allerdings nicht nur das Ziel von Islamisten, sondern auch von rechtsextremen Gruppen ist, die solche Attentate sofort für ihre Zwecke instrumentalisieren.

Auch aus der Tullner muslimischen Gemeinschaft höre ich, dass sich die Angst ausbreitet, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Ich möchte daher mit dem Besuch der Moschee zeigen, dass die gesamte muslimische Gemeinschaft nicht unter Generalverdacht gestellt werden darf. Gleichzeitig erachte ich den Dialog der Religionen für unablässig, der in Österreich jetzt umso mehr geführt werden muss. Dabei geht es „nicht um Rechthaberei, sondern zu verstehen, wie die andere Religion den Weg des Menschen zu Gott sieht. Aber im Dialog zwischen den Religionen geht es auch darum, die jeweiligen Schattenseiten anzusprechen“ (Pater Anselm Grün). Ich danke daher den Vertretern der verschiedenen Glaubensgemeinschaften Tullns, dass sie mit der gegenseitigen Teilnahme an den Gottesdiensten ein Symbol für diesen Dialog setzen.“

 

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Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk,
Donnerstag, 5. November 2020