Stadtgärtner aus Europa zu Gast in der Gartenstadt Tulln

Der Fachausschuss „Stadtgärten“ des Österreichischen Städtebundes kommt jedes Jahr zum professionellen Austausch zusammen – in diesem Jahr wurde die Gartenstadt Tulln als Austragungsort für die Tagung gewählt. 43 Stadtgärtner aus dem deutschsprachigen Raum informierten sich drei Tage lang über Neuigkeiten der Branche und nahmen die professionelle Herangehensweise Tullns an die Pflege des öffentlichen Grüns als Best-Practice-Beispiel genau unter die Lupe.

„Als Gartenstadt Österreichs bot Tulln das perfekte Ambiente für den diesjährigen Fachausschuss – erstens mit einer Fülle an Beispielen, wie hochqualitative ökologische Grünraumpflege aussieht und zweitens durch eine professionelle Begleitung in der Tagungsabwicklung. Wir freuen uns sehr, dass wir in Tulln zu Gast sein durften“, so Ing. Rainer Weisgram, Vorsitzender des Fachausschusses Stadtgärten und Stadtgartendirektor der MA 42 - Wiener Stadtgärten.

Die Gartenstadt als Vorzeigeobjekt
Die Fachgruppe der Stadtgärtner nahm bei ihrem Besuch die Gartenstadt Tulln genau unter die Lupe – neben vielen Fachvorträgen und -Informationsaustausch standen Führungen durch die Stadt, am Gelände der GARTEN TULLN und im Wasserpark auf dem Programm.

Grünraumpflege in der Gartenstadt Tulln
Seitens der Stadt Tulln präsentierten Stadtgärtner Mario Jaglarz und Obergärtnerin Marie Therese Heckl ihren Fachkollegen ihre Strategien und Herangehensweisen für den 55 Hektar großen Grünraum und den enormen Baumbestand Tullns. Einige Zahlen und Daten dazu sind folgende:

 

Rund 550.000 m² Grünraum

  • rein ökologisch gepflegt
  • bewusste Auswahl von Staudenmischungen und Staudensubstrat in Hinblick auf Nützlinge, Salz, Trockenheit
  • Mitarbeiter: 11 Gärtner, 20 Saisonarbeiter, 1 Lehrling

 

Rund 14.000 Bäume

  • 7160 Parkbäume (GARTEN TULLN, Aubad, Wasserpark)
  • 5870 Straßenbäume (gesamtes Stadtgebiet, eingefasst in Baumscheiben / unterirdische Baumtröge)
  • 6 Naturdenkmäler und zahlreiche Baumraritäten
  • Jährlich zirka 100 Neupflanzungen, 2019 allein im Herbst 140
  • zusätzlich: 520 ha großer Auwaldbereich nördlich der Donau und 76 km Bodenschutz-Anlagen
  • Baumkataster: seit 2000 visuelle Kontrolle und Vermerk im Kataster, Fazit: Vitaler und gesunder Bestand (Bewertung: 80% sehr gut/gut)
  • Durchschnittliches Jahresbudget allein für Baumpflege: € 210.000,-

 

Aktive Bürgerbeteiligung

  • Gemeinsame Pflanzungen mit Kindergärten und Schulen
  • Baumbegehungen
  • Bürgerbesprechungen vor Neupflanzungen
  • Übernahme von Grünpatenschaften und Baumpatenschaften
  • Laufende Kommunikation in Medien der Stadtgemeinde