Fotocredit: © Stadtgemeinde Tulln, Robert Herbst

Gleichenfeier für neuen Trinkwasser-Tiefbehälter um 3,2 Mio. Euro

Voll im Zeitplan war die Gleichenfeier für den neuen Trinkwasser-Tiefbehälter beim Wasserwerk 1 in Tulln Mitte Juli. Mit einem Fassungsvermögen von 5 Mio. Liter um beeindruckende € 3,2 Mio. Euro Gesamtkosten ist das Monster-Bauprojekt die größte Investition in der jüngeren Versorgungsgeschichte und ein wichtiger Baustein für die Trinkwasser-Sicherung der nächsten Jahrzehnte.

Gerade in den sommerlichen Hitzeperioden macht sich bezahlt, dass Tulln in der Trinkwasserversorgung seit Jahrzehnten vorarbeitet – und der zukunftsweisende Umgang mit dem Lebensmittel Trinkwasser wird fortgesetzt: Nach der Fertigstellung des neuen Tiefbehälters ist mit 7,5 Mio. Liter stets mehr Trinkwasser vorrätig, als der maximale Tagesbedarf des gesamten Stadtgemeindegebietes – denn insgesamt werden an Spitzentagen rd. 7 Mio. Liter Trinkwasser über Wasserhähne, WC-Spülungen und Haushaltsgeräte entnommen.

Gleichenfeier voll im Plan
Ein Mensch wirkt in dem noch leeren Tiefbehälter beinahe ameisenhaft – kein Wunder, denn allein bis zur Gleichenfeier des Monster-Projektes wurden 2.000 m³ Beton und 200.000 kg Stahl verarbeitet, sowie 10.000 m³ Erd.- u. Schottermaterial bewegt. Die erste Probefüllung des 5.000 000 Liter fassenden Behälters soll Anfang Oktober stattfinden. Nach der Fertigstellung des neuen Behälters werden beim Wasserwerk 1 die beiden bestehenden saniert, die gesamte Elektronik erneuert und eine Naturfilteranlage eingebaut.


Tiefbehälter mit Schleusenhalle
Neben modernster Technik wird das Gebäude des Tiefbehälters auch eine Schleusenhalle umfassen, über die man bei den professionellen Reinigungsarbeiten unkompliziert in die Behälter gelangt. Dieser Bereich wird gleichzeitig als Informationsraum für die rd. 800 SchülerInnen und StudentInnen genutzt werden, die die Tullner Wasserwerke jährlich besuchen.

Fördern, speichern, einspeisen

Nach der Förderung des hochqualitativen Tullner Trinkwassers aus den drei Brunnenfeldern wird dieses in den Versorgungsbehältern zwischengespeichert und von dort in die Leitungen gespeist. Auf diesem Weg können die Versorgungsspitzen morgens, mittags und abends abgedeckt werden, ohne dass zu diesen Zeitpunkten mehr Wasser gefördert werden muss.

Versorgung auf neuestem Stand der Technik
Die Wasserversorgung in Tulln wird über vier Brunnen gespeist. Das Wasser der zwei Brunnenfelder im Norden Tullns wird im Wasserwerk 2 aufbereitet (Eisen- und Manganfilter, Huminstoffaufbereitung). Mit einem Teil des Wassers werden direkt die nördlichen Katastralgemeinden versorgt. Der Rest wird über zwei Transportleitungen in das Wasserwerk 1 gepumpt und von dort in die Ortsnetze von Tulln, Nitzing, Frauenhofen, Langenlebarn, Staasdorf und Kleinstaasdorf gespeist.


Das Tullner Trinkwasser in Zahlen

  • Gesamtfördermenge/Jahr: ca. 1,5 Mio. m³
  • an Spitzentagen: rd. 7.000 m³
  • Versorgungsdruck: 5 bar
  • Wasserhärte: ca. 14° dH (mittelhart, kaum Enthärtungsmaßnahmen notwendig)
  • ca. 21.258 versorgte Personen (standardisierte Berechnung der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach, inkl. Übernächtungen, Beschäftigte, Fliegerhorst Langenlebarn, etc.)


Deutsche Härtegrade
Die Wasserhärte ist eines der Qualitätskriterien in der Trinkwasserqualität. In Deutschland und Österreich wird die Härte üblicherweise Grad deutscher Härte (°dH) angegeben.
Je härter Wasser ist, desto stärker ist die Verkalkung von Haushaltsgeräten, der Verbrauch von Spül- und Waschmitteln und beeinträchtigt u.U. den Geschmack und das Aussehen empfindlicher Speisen und Getränke (z. B. Tee).