Fotocredit: © Stadtgemeinde Tulln, Robert Herbst

Positionierung als Gartenstadt: Umgestaltung Schiffsstation & Klosterweg

In der Gemeinderatssitzung am 4. Oktober wurden die Aufträge für die umfassende Umgestaltung von Schiffstation und Klosterweg beschlossen – ein Großprojekt, mit dem zwei große Ziele gleichermaßen verfolgt werden: Einerseits die Weiterführung der Attraktivierung der Donaulände als Ort des Miteinanders und Verweilens, andererseits die Schaffung einer ansprechend gestalteten Achse, um noch mehr Radtouristen in das Stadtzentrum zu leiten und so die wirtschaftliche Wertschöpfung nachhaltig zu erhöhen. Nach einer Diskussion um Umfang und Kosten beschloss der Gemeinderat die betreffenden Punkte mit Stimmenthaltungen der Grünen, FPÖ, NEOS und TOP.

„Jeder Bürger der Stadtgemeinde Tulln soll die Innenstadt mit Stolz als „sein“ Zentrum sehen, ein Ort zum gemeinsamen Genießen und Verweilen, an dem man sich einfach wohlfühlt. Mit der Umgestaltung der Donaulände der letzten Jahre ist das schon sehr gut gelungen – und das wollen wir nun an der Schiffsstation und entlang des Klosterweges weiterführen. Und nicht zu vergessen: Auch Gäste und Touristen profitieren davon bzw. sollen künftig noch wesentlich mehr der insgesamt 120.000 Radtouristen vom Donauradweg ins Zentrum finden – und das kommt wiederum der ansässigen Wirtschaft zugute“, so Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk zu der Umgestaltung der Achse zwischen Donaulände und Hauptplatz, die bis zum Beginn des „GREEN ART“-Jahres im Mai 2018 umgesetzt sein soll.

Neue Gestaltung, Bepflanzung und Belag
In den letzten beiden Jahren wurde die Donaulände in Form von Picknickwiesen, Aufenthaltsflächen und attraktiver Begrünung umgestaltet und so zu einem beliebten und belebten Ort des Miteinanders und Verweilens für BürgerInnen und Gäste gleichermaßen. In Richtung Westen werden nun die weiteren Wiesen geformt, eine Blumentreppe mit Sitz- und Liegegelegenheiten an der Böschung zur Schiffsanlegestelle errichtet und weitere Grüninseln am anschließenden Klosterweg gestaltet. Am Platz der Schiffsanlegestelle selbst entstehen begrünte Pergolen, die ebenfalls zum Verweilen und Genießen einladen. Am Auffälligsten werden der Belag und die Einfahrtsbereiche sein: Durch „Frames“ (Rahmen) betritt man den neu zu gestaltenden Bereich, der durch einen goldgelben, festen Sandbelag (sog. „Farbgrip“) eine besondere Optik erhält. Dies dient auch dazu, die Radtouristen des Donauradweges auf das Stadtgebiet aufmerksam zu machen, ihr Fahrttempo zu reduzieren und sie ins Stadtzentrum einzuladen – denn die Gestaltung zieht sich von der Schiffsanlegestelle durchgängig über den Klosterweg.

Klosterweg: Verbindung ins Zentrum
Nach der Fertigstellung des Hotels und der Wohnungen am Areal der alten Feuerwehrschule ist die Gestaltung des Klosterweges – der Verlängerung der Brüdergasse bis zur Schiffsstation – das letzte fertigzustellende Teilstück in diesem Bereich der Innenstadt. Statt einer Standard-Variante in Form eines Asphaltbandes wird die Gestaltung der Schiffsanlegestelle über den Klosterweg weitergezogen. Die Kosten für die Maßnahmen rund um die Schiffsanlegestelle betragen nach Abzug von Fördermitteln rund 290.000,- Euro, die Gestaltung des Klosterweges schlägt abzüglich Förderungen mit 580.000,- Euro zu Buche.

Kosten-Diskussion im Gemeinderat
In der Gemeinderatssitzung wurden die Kosten insbesondere von Herbert Schmied (NEOS) aufgegriffen, der die großzügige Gestaltung des Klosterweges kritisierte, die um rund 280.000 Euro mehr kostet als eine herkömmliche Asphaltbandlösung. Schmied meinte, mit diesem Geld könnte man stattdessen den Mietpreis von ca. 30 Startwohnungen für 5 Jahre um 25% senken. Bürgermeister Eisenschenk argumentierte mit einer möglichst effizienten und breitenwirksamen Ausschöpfung öffentlicher Gelder: Während von der Maßnahme, die Gemeinderat Schmid verschlägt, nur 30 Personen profitierten, seien es im anderen Fall tausende BürgerInnen und Gäste sowie die heimische Wirtschaft.

Tulln macht sich bereit für GREEN ART
Die Attraktivierung von Schiffstation und Klosterweg ist ein Teil der Maßnahmen und Projekte für das GREEN ART-Jahr 2018: Von Mai bis September 2018 wird Tulln im Rahmen des Gartensommers Niederösterreich zu einer Gesamtattraktion zum Thema Garten. Erwartet werden 30.000 Besucher aus dem In- und Ausland. Neben den baulichen Maßnahmen werden u.a. 15 Garten-Kunstwerke (inter-)
nationaler Künstler im öffentlichen Raum und in einer großen Ausstellung im Rathaus, Konzerte und Veranstaltungen im Grünen, offene Privatgärten und vieles mehr umgesetzt. Das Projekt wird von ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, finanziell gefördert.