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Mehr Grünpatenschaften und Ferialpraktikanten für weniger Unkraut

Bild: aa_unkrautjaeten.gif

Als erste "Natur im Garten"-Stadt Österreichs pflegt Tulln sämtliche Grünräume ohne Glyphosat - was die Unkraut-Bekämpfung in Beeten und am Straßenrand wesentlich aufwändiger gestaltet. Die feuchte Witterung und das daraus resultierende enorme Unkraut-Wachstum machen es den umweltfreundlichen Gartenfans heuer nicht leicht. Einerseits setzt die Stadtgemeinde nun auf die Hilfe der Bevölkerung durch die Übernahme von Grünpatenschaften und eine Gemeinschaftsaktion am 23. Juli. Andererseits werden kurzfristig zusätzliche Ferialpraktikanten aufgenommen - Interessenten werden ersucht, sich möglichst rasch zu melden.

"Zwei Faktoren erschweren unseren fleißigen Stadtgärtnern derzeit das Leben: Einerseits pflegen wir aus Prinzip und zum Wohle unserer Umwelt rein ökologisch - das bedeutet Unkraut mit größerem Aufwand zu jäten, statt es rasch mit Chemie tot zu spritzen. Andererseits hat die warme aber feuchte Witterung der letzten Wochen zwar die Blumen besonders schön wachsen und aufblühen lassen, aber leider auch das Wachstum des Unkrauts begünstigt", erklärt Umwelt-Stadtrat Johann Mayerhofer den Umstand, dass aktuell nicht alle Bereiche der Gartenstadt Tulln so adrett wie gewohnt aussehen.

Kein Glyphosat am Straßenrand
Ein besonders wichtiger Faktor: Als "Natur im Garten"-Stadt verzichtet Tulln gänzlich auf die Verwendung von Glyphosat (z.B. im bekannten Produkt Round Up enthalten), das häufig am Straßenrand gegen sprießendes Unkraut eingesetzt wird. Statt dem ein- bis zweimaligen Spritzen mit dem chemischen Mittel bindet die Entfernung des Unkrauts entlang der 116 km Gemeindestraßen auf ökologische Weise wesentlich mehr Personal, das daraufhin bei der Pflege der Beete und Rabatte fehlt. Die Stadtgemeinde trifft nun zwei Akutmaßnahmen:
- In den Sommermonaten werden zusätzliche Ferialpraktikanten für die Grünraumpflege aufgenommen - interessierte SchülerInnen und StudentInnen für August werden ersucht, sich möglichst rasch mit einem E-Mail an stadtamt@tulln.gv.at zu bewerben.
- Es wird aktiv und vermehrt zur Übernahme von Grünpatenschaften aus der Bevölkerung aufgerufen.

Darüber hinaus wurden Firmen zur Unterstützung beauftragt und auch die Pflegevereinbarungen für die Tullner Kreisverkehre werden forciert. Neben den Ferialpraktikanten unterstützen auch Asylwerber die Grünraumpflege.

Gemeinschaftsaktion am 23. Juli
Einzelne Handgriffe sind für jeden schnell erledigt und der ganzen Gemeinde ist viel geholfen - zum Beispiel, wenn man auf dem Gehsteig vor seinem Grundstück den gerade sprießenden Löwenzahn zupft oder in einem Beet vor seiner Haustür das Unkraut entfernt. Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk, der selbst seit 4 Jahren die Grünfläche vor seinem Haus pflegt, bittet deshalb um Mithilfe: "Wir ersuchen die BürgerInnen, Grünpatenschaften zu übernehmen oder am Aktionstag teilzunehmen und sich am Samstag, den 23.07.2016, an der gemeinschaftlichen Bekämpfung des Unkrauts zu beteiligen - damit Tullns Grünflächen wieder so gepflegt aussehen wie gewohnt".

Mehr Pflege bei gleichem Personalstand

Obwohl die Anzahl der Grünflächen stetig steigt und deren Gestaltung umfassender wird, stagniert der Personalstand der Stadtgemeinde im Bereich der Grünraumpflege. Der Grund: Die Personalkosten sollen sich - wie von vielen Seiten immer wieder gefordert - nicht erhöhen. Die Jäte-Trupps arbeiten auf Hochtouren bis in die Abendstunden, dennoch können Sie nicht überall gleichzeitig sein. Eines steht trotz allem fest: Um dem landesweiten Ruf als lebenswerte Gartenstadt gerecht zu werden, hat Tulln bei den Ausgaben im Bereich der Grünraumpflege mit € 520.000,- pro Jahr (ohne Personal- und Maschinenkosten) einen Spitzenwert in Niederösterreich.

Grünpatenschaften gesucht!
Im Projekt der Grünpatenschaften haben seit dessen Beginn im Jahr 2012 über 150 Personen Patenschaften für öffentliche Grünflächen übernommen.
Wer selbst eine Patenschaft übernehmen möchte, erhält einen personalisierten Pflanzstecker, Beratung durch die Stadtgärtner sowie Pflanzen zur Verfügung gestellt.
Anmeldung:
- Stadtgärtner Mario Jaglarz: Tel. 02272/690-850, E-Mail: mario.jaglarz@tulln.gv.at
- Direkt an Ihrer Haustür: In den Sommermonaten werden Ferialpraktikanten in den Wohngebieten unterwegs sein und die Grünpatenschaften direkt vor Ort bewerben.

Laufende Optimierung der Grünpflege
Seitens der Stadtgärtner wird laufend an Optimierungen zur biologischen Unkrautbekämpfung gearbeitet. Derzeit laufen in Kooperation mit externen Experten Studien und Testversuche, die die Eindämmung der unerwünschten Pflanzen auf biologischem Weg ermöglichen - bis zur flächendeckenden Umsetzung wird es allerdings noch einige Zeit dauern.


Foto: Grünpaten gesucht! Bürgermeister Mag. Peter Eisenschenk, Bauhof-Leiter Ing. Florian Pauser, Stadtgärtner Mario Jaglarz, Stadtrat für öffentliche Grünräume Hubert Herzog und Umwelt-Stadtrat Johann Mayerhofer haben bei einem Beet in der Konrad-von-Tulln-Gasse Hand angelegt.
     

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