(c) Robert Herbst

Nach Hacker-Angriff: Systeme und Leistungen der Stadt wieder verfügbar

Bereits eine gute Woche nach dem Hacker-Angriff ist die Stadtgemeinde Tulln IT-technisch wieder voll einsatzfähig: Seit Donnerstag, 20. Februar sind im Rathaus und den anderen betroffenen Einrichtungen wieder alle Leistungen verfügbar. 

Die nach dem Hacker-Angriff verschlüsselten Server der Stadtgemeinde Tulln wurden zurückgesetzt und ein Backup der Serverdaten wieder eingespielt. Der Großteil der von den Mitarbeiter:innen benötigten Programme und Dateien war dadurch bereits am Dienstag, 18. Februar – und damit nur eine Woche nach dem Cyber-Angriff – wieder verfügbar. Die technische Infrastruktur der Stadt ist somit wieder voll einsatzfähig.

Die externen IT-Experten, die die Stadt nach dem Angriff unterstützt haben, werden die Systeme noch einige Zeit auf verdächtige Aktivitäten überwachen.

Auf die Frage, ob Daten abgeflossen sind, geben die Experten vorsichtige Entwarnung. Bei den forensischen Ermittlungen wurden keine Hinweise darauf entdeckt, aber auf rein technischer Basis lässt sich ein etwaiger Datenabfluss nicht mit letzter Sicherheit ausschließen – dafür wäre der direkte Kontakt mit den Hackern notwendig, die üblicherweise, um ihren erpresserischen Forderungen Nachdruck zu verleihen, Beweise für ihrer erbeuteten Daten übermitteln. Bislang haben die Hacker jedoch nicht auf die versuchte Kontaktaufnahme geantwortet.

 

Vorausgegangene Meldungen:


Montag, 17. Februar, 15 Uhr:

Der Betrieb der Stadtgemeinde läuft hinsichtlich der Serviceleistungen für die Bürger:innen wieder nahezu ohne Einschränkungen. Viele Angebote konnten wieder in Betrieb genommen werden, für andere wurden Überbrückungslösungen gefunden. So kann die Buchhaltung der Stadt beispielsweise bereits wieder Rechnungen überweisen. Noch gearbeitet wird z.B. an der Möglichkeit der Bankomatzahlung im Hallenbad.

Nachdem die vorhandenen Backups der Serverdaten eingehend auf deren Sicherheit überprüft wurden, werden diese nun derzeit Schritt für Schritt wieder in das System gespielt. Schon im Lauf dieser Woche sollten dadurch alle IT-Systeme der Stadtgemeinde wieder in Betrieb genommen werden können. Die Wiederinbetriebnahme wird mit Hilfe von Spezialisten genau auf etwaige verdächtige Aktivitäten überwacht.

Die verschlüsselten Dateien sollten durch das vorhandene Backup wieder nahezu vollständig hergestellt werden können – nach aktuellem Stand sind lediglich die von den Mitarbeiter:innen geleisteten Tätigkeiten des vergangenen Montag (10.2.) nicht gespeichert.  

Die Überprüfung ob Daten abgeflossen sind, ist sehr umfangreich und daher noch im Gange. Die Kontaktaufnahme mit den Kriminellen ist erfolgt, bis dato ist aber noch keine Antwort eingegangen.
 


Mittwoch, 12. Februar, 15 Uhr:

Der Cyberangriff betrifft die gesamte Serverinfrastruktur der Stadtgemeinde Tulln, die hier gespeicherten Daten wurden verschlüsselt.

Das EDV-Team und externe IT-Experten arbeiten derzeit an der Analyse des Schadens. Zusätzlich zur Serverinfrastruktur sind die Geräte von rund 200 Einzelarbeitsplätzen zu prüfen. Die Analyse und sämtliche Ermittlungen laufen in enger Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden von Bund und Land.

Die guten Nachrichten: Der Betrieb der Infrastruktur (Wasser, Kanal, etc.) ist nicht beeinträchtigt. Weiters wurden Möglichkeiten geschaffen, dass klassische Bürgerservice-Leistungen wie Anmeldungen, Ummeldungen, Beurkundungen, etc. bereits wieder durchgeführt werden können.

Andere konkrete Beispiele:

  • Baubewilligungen werden normalerweise in der Stadtgemeinde sehr schnell bearbeitet, aber selbst in dieser Ausnahmesituation werden sie innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Fristen abgehandelt werden können.
  • Die Freizeitbetriebe der Stadtgemeinde sind weiterhin zugänglich, nur die bargeldlose Zahlung funktioniert aktuell nicht – aber auch daran wird gearbeitet.

In weiteren Fällen wird aktuell mit Überbrückungslösungen gearbeitet, um Services für die Bürger:innen zu gewährleisten.

Aktuell noch nicht möglich sind jene Leistungen, die zwingend einen Zugriff auf gespeicherte Daten benötigen, also beispielsweise elektronische Erstellung von Bescheiden und diverse Auskünfte.

 

Dienstag, 11. Februar, 15 Uhr:

Die Stadtgemeinde Tulln ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Seit der Nacht von Mo, 10.02. auf Di, 11.02.2025 kann die Stadtverwaltung nicht mehr auf ihre eigenen Server zugreifen. Dadurch sind viele Dienstleistungen derzeit nicht möglich und der Verwaltungsbetrieb ist eingeschränkt. Dringende Anfragen sind telefonisch und im Bürgerservice möglich bzw. können deponiert werden. Die IT-Abteilung arbeitet mit professioneller Unterstützung und den Sicherheitsbehörden an der Analyse und an der Lösung des Problems.

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Bürgerservice: +43 (0) 2272 690-0

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